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Manfred Riebe
Registriert seit: 23.10.2002 Beiträge: 2840 Wohnort: 90571 Schwaig bei Nürnberg
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: Montag, 12. Sep. 2005 11:16 Titel: Psychologen gegen die Rechtschreibreform |
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Experimentalpsychologen, Kinderpsychologen und Pädagogische Pschologen
Experimentalpsychologen befassen sich mit etlichen Fragen im Umfeld von Sprache und Gedächtnis. Aus diesem Kreis bemängelt man, daß die Rechtschreibreformer offensichtlich neuere Erkenntnisse der Psycholinguistik und der experimentalpsychologischen Leseforschung auch nicht in Ansätzen zur Kenntnis genommen haben. Die härteste Schule des Schreibens, die ein Experimentalpsychologe durchläuft, ist das Publizieren in amerikanischen Zeitschriften wie Journal of Experimental Psychology. Das Ergebnis ist das Gegenteil von "Denglish": entweder deutsch oder englisch, und dann mit gutem Stil in der jeweiligen Sprache bei äußerst überlegter Wahl von Lehnwörtern aus der jeweils anderen Sprache.
Die deutsche Psychologie hält sich aus dieser Debatte um die Rechtschreibreform (mit einzelnen Ausnahmen wie z. B. Harald Marx) heraus. Viele Psychologen gehen dieser Diskussion aus dem Weg, praktizieren aber die neue Rechtschreibung, obwohl sie keine Weisung zur Verwendung der neuen Rechtschreibung erhalten. Wenn Psychologen die herkömmliche Rechtschreibung praktizieren, erfahren sie kaum jemals Widerspruch, sondern laufen in Sand oder gegen Watte.
Gemäß Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hat jeder Bürger, seine Rechtschreibung selbst zu wählen. Deshalb legebn manche Psychologen Diplomanden und Doktoranden eine verantwortliche, selbst begründete Wahl nahe, tolerieren dann aber auch die neue Rechtschreibung, wenn der oder die Betreffende sie praktiziert. Als Rechtschreibwörterbuch empfehlen manche Ickler (2000).
* Marx, Prof. Dr. Harald: Rechtschreibleistung vor und nach der Rechtschreibreform: Was ändert sich bei Grundschulkindern? In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Göttingen: Hogrefe-Verlag, 31/1999, S. 180-189. Marx stellt einen signifikanten Fehleranstieg bei der neuen ß/ss-Schreibung fest.
* Diplom-Psychologe Stein, Dr. Arnd: Das Rechtschreibspiel. Fehler verstehen und beseitigen. Kösel-Verlag. Schledderstr. 18, 58644 Iserlohn (NRW), Tel. (02374) 22 88, Fax: 1 49 33, arndstein@vtm-stein.de.
* Kinderpsychologe Zangerle, Heinz: SchluSS mit den Diktatkatastrofen? In: Psychologie heute, Oktober 1997, S. 34-37
* Zangerle, Heinz: Mogelei um ein Kinderthema? In: Der Standard, Wien, 26.01.1998
Zuletzt bearbeitet von Manfred Riebe am Donnerstag, 02. Aug. 2007 19:51, insgesamt 1mal bearbeitet |
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Manfred Riebe
Registriert seit: 23.10.2002 Beiträge: 2840 Wohnort: 90571 Schwaig bei Nürnberg
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: Mittwoch, 18. Jul. 2007 18:57 Titel: Arnd Stein zur Rechtschreibreform |
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Arnd Stein zur Rechtschreibreform
Der freie Journalist, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut, Dr. Arnd Stein, hatte Rechtschreibfehler gezählt und seine Ergebnisse in seinem
Buch: "Das Rechtschreibspiel" vorgestellt. Er ging, wie Helma Dietz und Wolfgang Illauer, empirisch vor. Er schreibt, er habe 390 Diktate rechtschreibschwacher Schüler/innen der Klassen 3 bis 5 hinsichtlich der Fehler ausgewertet. Von den insgesamt ca. 29.000 Wörtern seien ca. 3.400 falsch geschrieben - und nur 25 dieser fehlerhaften Schreibungen würden nach der Neuregelung als richtig gelten. Das entspreche einer Leistungsverbesserung von lediglich 0,7 Prozent (Stein: Das Rechtschreibspiel, 1997, S. 7).
In einem Leserbrief zum Artikel von Zangerle (1997): "SchluSS mit den Diktatkatastrofen?", schrieb Stein:
"Der Beitrag sprach mir aufgrund langjähriger Erfahrung mit rechtschreibschwachen Kindern aus der Seele. Mit Hilfe statistischer Erhebungen hätte man die wichtigsten Fehlerquellen herausfinden können ... Jedoch: Die Experten scheinen weder ein Diktatheft gesehen noch die Grundregeln empirischer Wissenschaft zur Kenntnis genommen zu haben." Er habe nur eine Leistungsverbesserung von 0,7 % (!) festgestellt. "Ist ein solcher Null-Effekt nicht ein bißchen wenig für ein 'Jahrhundertwerk', das schon viel Zeit und Geld verschlungen hat und noch viele Millionen kosten wird?" (Stein: Null-Effekt, 1998, S. 6).
* Stein, Arnd: Das Rechtschreibspiel. Fehler verstehen und beseitigen. Mit 79 Diktaten und Grundwortschatz nach der neuen Rechtschreibreform. 11. aktualisierte Auflage (1. Auflage 1981), München: Kösel-Verlag, 1997, 178 S.
* Stein, Arnd: Die neue Rechtschreibung - was blüht uns da? Leistungssteigerung bei rechtschreibschwachen Kindern: 0,7 %. In: BuchMarkt 1/1997, S. 195
* Stein, Arnd: Null-Effekt. In: Psychologie heute, Januar 1998, S. 6 |
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